Über mich

MMag. Dr. Daniel Gutschner

Seit mehr als 20 Jahren beschäftige ich mich mit rechtspsychologischen Fragestellungen – mit straffälligen Jugendlichen, mit Familien in hochkonflikthaften Trennungssituationen, mit Fragen des Kindes- und Erwachsenenschutzes. In dieser Zeit habe ich nicht nur als Gutachter und Therapeut gearbeitet, sondern auch ein Institut aufgebaut und geleitet, Forschungsprojekte initiiert, an verschiedenen Hochschulen und Weiterbildungsinstituten doziert und Studierende in ihren Bachelor- und Masterarbeiten begleitet. In den letzten Jahren ist die Arbeit mit Führungskräften und Teams dazugekommen – eine Entwicklung, die sich aus meinen eigenen Erfahrungen als Institutsleiter fast zwangsläufig ergeben hat.

Ich habe an der Universität Innsbruck Abschlüsse in Pädagogik und Psychologie erworben und an der Universität Basel in klinischer Psychologie promoviert. Daneben habe ich eine neunjährige psychoanalytische Therapieausbildung absolviert. 2022 kam das CAS Leadership und Führung im Sozial- und Gesundheitswesen dazu – eine Weiterbildung, die mir neue Perspektiven auf meine langjährige Führungserfahrung eröffnet hat.

 

20 Jahre Institutsleitung

Vor 20 Jahren habe ich in Bern das Institut für Forensik, Rechtspsychologie und Beratung (IFB) gegründet und bis 2020 geleitet. In dieser Zeit habe ich nicht nur fachlich gearbeitet, sondern auch ein Unternehmen geführt, Mitarbeiter angeleitet, Krisen bewältigt und gelernt, was es heißt, unter medialem Druck handlungsfähig zu bleiben.

Mit dem IFB habe ich verschiedene Behandlungs- und Forschungsprojekte initiiert: Einzel- und Gruppenbehandlungen mit psychisch erkrankten Eltern, die Supervision für Eltern im Trennungs- und Scheidungsprozess (SISP), das Multisystemische Antiaggressions-Programm (MAAP) sowie eine 25-jährige prospektive Langzeitstudie mit dissozialen Jugendlichen, die immer noch läuft. Aus der Forschungsarbeit ist unter anderem das Screeninginstrument BARO.ch entstanden, das ich mitentwickelt habe.

 

Lehre und Weiterbildung

Seit 2008 bin ich regelmäßig als Dozent tätig – an Universitäten, Fachhochschulen und Weiterbildungsinstituten in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Dazu gehören unter anderem die Universität Bern, die ZHAW, die FH Vorarlberg Schlosshofen und das Wissenschafts- und Weiterbildungszentrum des Landes Vorarlberg. Daneben habe ich Studierende in ihren Bachelor- und Masterarbeiten betreut und an internationalen Kongressen referiert.

Die Themen, zu denen ich unterrichte und publiziere, sind breit gefächert: forensische Begutachtung, hochkonflikthafte Elternschaft, Erziehungsfähigkeit und Kindeswohl, Kinder als Betroffene von häuslicher Gewalt, aber auch der Umgang mit hochkomplexen Situationen und belasteten Personen, Führung unter Druck, Krisenmanagement und die Förderung psychischer Gesundheit im beruflichen Kontext. Regelmäßig organisiere ich auch eigene Weiterbildungsveranstaltungen – sowohl für Fachpersonen aus Behörden und Institutionen als auch für Führungskräfte und Teams aus der Privatwirtschaft.

 

Supervision und Case Management

Seit 2012 führe ich regelmäßig Supervisionen und Case Managements durch – für Jugendwohlfahrt, Gerichte, Familiengerichtshilfe, Sozialdienste und zunehmend auch für Betriebe und deren Führungskräfte.

In meinem Engagement als Supervisor zeigen sich meine Stärken im analytischen und systemischen Denken. Ich bin es gewohnt, komplexe und vielschichtige Situationen schnell zu erfassen, unterschiedliche Sichtweisen herauszuarbeiten und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten. Das hilft sowohl bei der Fallarbeit wie auch bei Fragen der Teamdynamik oder der persönlichen Belastung im Berufsalltag.

Was ich anbiete, reicht von der Einzelfallsupervision über regelmäßige Teamsupervisionen bis zum Case Management in besonders komplexen Angelegenheiten. Je nach Bedarf arbeite ich vor Ort oder online – die Erfahrungen mit Online-Supervisionen sind durchwegs positiv.

Was mich dabei auszeichnet: Ich kenne die Realität der Fallarbeit aus eigener langjähriger Praxis, ich kenne den Druck von Führungsverantwortung, und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Situationen trotz aller Bemühungen nicht vorwärtsgehen. Diese Erfahrungen fließen in meine Arbeit als Supervisor ein.

 

Aktuelle Schwerpunkte

Heute arbeite ich in freier Praxis in Österreich und der Schweiz. Meine Schwerpunkte liegen in:

  • Supervision und Case Management für Jugendwohlfahrt, Gerichte, Familiengerichtshilfe und Betriebe
  • Gutachtertätigkeit in Kindes- und Erwachsenenschutzangelegenheiten
  • Strafrechtliche Begutachtung (insbesondere Jugendstrafrecht)
  • Organisation und Durchführung von Fachtagungen und Weiterbildungen
  • Wissenschaftliche Qualitätssicherung und methodenkritische Überprüfung von Sachverständigengutachten
  • Coaching für Kinder und Erwachsene in schwierigen Trennungs- und Scheidungssituationen
  • Diverse Dozententätigkeiten

 

Mitgliedschaften und Eintragungen

Ich bin in Österreich in den vom Bundesministerium geführten Listen als Fachpsychologe für klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie eingetragen und im Schweizerischen Psychologieberuferegister (PsyReg) als Psychologe gelistet. Beim österreichischen Hauptverband der Gerichtssachverständigen bin ich als beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger zugelassen.

Ich bin Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Familienrechtspsychologie Österreich und wirke als Experte im Psychologenbeirat des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) mit.

Mitglied bin ich unter anderem im Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), dem Hauptverband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Österreichs, der Gesellschaft kritischer Psychologen und Psychologinnen (GkPP), im Schweizerischen Berufsverband für Angewandte Psychologie (SBAP) und der Schweizer Kaderorganisation Swiss Leaders.

Zudem bin ich als Berater nach § 95 Abs. 1a AußStrG „Elternberatung vor einvernehmlicher Scheidung“ und § 107 Abs. 3 Z. 1 AußStrG "Familien-, Eltern- oder Erziehungsberatung" anerkannt.

Qualitätskriterien

Die Qualität von Sachverständigengutachten ist mir ein zentrales Anliegen – in meiner eigenen Arbeit wie auch auf fachpolitischer Ebene. Meine Gutachten orientieren sich konsequent an den aktuellen wissenschaftlich anerkannten Gütekriterien und Qualitätsrichtlinien.

Mein Engagement für Qualitätssicherung zeigt sich auf mehreren Ebenen:

Fachpolitisch: Als Gründungsmitglied des Arbeitskreises für Familienrechtspsychologie Österreich und als Experte im Psychologenbeirat des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) setze ich mich gemeinsam mit Fachkolleginnen und -kollegen für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Sachverständige, Klienten und Gerichte ein.

Wissensvermittlung: Durch meine Dozententätigkeit und die Organisation von Weiterbildungen für Fachpersonen aus Behörden, Gerichten und Beratungsstellen trage ich zur Verbreitung und Verankerung von Qualitätsstandards in der Praxis bei.

Aktuelle Publikationen zur Qualitätssicherung:

  • Gutschner, D. & Waldenmair, M. (2024). Artenschutz für Sachverständige? Eine Stellungnahme. iFamZ, 3, 155.
  • Gutschner, D. & Waldenmair, M. (im Druck).Methodenkritische Stellungnahmen in Pflegschaftsverfahren: Qualitätssicherung zwischen Anspruch und Wirklichkeit. iFamZ

 

 

Zur Medienpräsenz

Sachverständige in familienrechtlichen Verfahren arbeiten in einem hochkomplexen und emotional aufgeladenen Feld. Dass Gutachter dabei öffentlich kritisiert werden, gehört leider zur Realität dieses Berufs – auch ich war davon betroffen.

Von der Rekurskommission der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) wurde ich in allen Punkten freigesprochen: Meine Gutachten wurden fachlich wie inhaltlich ordnungsgemäß und nach den geltenden Qualitätsrichtlinien erstellt; im Umgang mit Klienten wurde kein Mangel festgestellt.

Bei Interesse stelle ich Ihnen die Entscheide in anonymisierter Form gerne zur Verfügung.

 

Publikationen und Forschung

laufende Forschungsprojekte:

  • BARO.ch Screeninginstrument für jugendlicher Straftäter: Follow-up
  • 25-jährige prospektive Langzeitstudie mit dissozialen Jugendlichen

Auf Anfrage stelle ich Ihnen gerne die Informationen zu den vergangenen Forschungsprojekte zu.

 

Publikationen (Auswahl):

  • Gutschner, D. & Waldenmair, M. (im Druck) Umfrageergebnisse – Methodenkritische Stellungnahmen in Pflegschaftsverfahren: Qualitätssicherung zwischen Anspruch und Wirklichkeit: FamZ. Linde Verlag
     
  • Gutschner, D. und Waldenmair, M. (2024). Artenschutz für Sachverständige? Eine Stellungnahme: iFamZ. Linde Verlag, Heft 3/2024

  • Gutschner, D., Kobel, B., Feurer, E. und Schild, S. (2016). Prognosestellung und Risikoeinschätzung bei straffällig gewordenen Jugendlichen in Völkl-Kernstock, S. & Ch. Kienbacher (Hrsg.), Forensische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wien Springer-Verlag
     
  • Kobel, B., Feurer, E., Schild, S. & Gutschner, D. (2013). SISP – Supervision im Trennungs- und Scheidungsprozess SSD – Supervision en cas de séparation et divorce. Fampra, 14 (1), 124 – 142.
     
  • Gutschner, D. ,Völkl-Kernstock, S., Perret, A., Doreleijers, T.A.H., Vermeiren, R., Fegert, J.M. & Schmeck, K. (2011). Screeninginstrument zur Erfassung psychischer Störungen bei straffälligen Jugendlichen - Eine Validierungsstudie. NeuroPsychiatrie, 25 (1), 26 – 35.
     
  • Völkl-Kernstock, S., Bein, N., Klicpera, C., Friedrich, M.H. & Gutschner, D. (2008). Die Arbeit Österreichischer Sachverständiger in Obsorge- und Besuchsrechtsverfahren. NeuroPsychiatrie, 23, 268 – 276.
     
  • Gutschner, D. Völkl-Kernstock, S., Perret, A., Fegert, J.M., Schmeck, K. & Schmid, M. (2009). Einflussfaktoren für delinquentes Verhalten bei straffälligen Jugendlichen in der Schweiz. Schweizerische Zeitschrift für Kriminologie , 1, 29 – 36.
     
  • Gutschner, D., Perret, A., Völkl-Kernstock, S., Doreleijers, T.A.H., Fegert, J.M. & Schmeck, K. (2008). Ersterfassung jugendlicher Sexualstraftäter. Über die deutschsprachige Version eines aktuellen Screeninginstruments. Zeitschrift für Sexualforschung, 21 (3), 236 – 248.
     
  • Gutschner, D., Völkl-Kernstock, S., Kobel, B. & Friedrich, M.H. (2008).Grundlagen und wichtige Kriterien für die Erstellung von Obsorgegutachten. Österreichische Richterzeitung, 296 – 272.
     
  • Gutschner, D., Völkl-Kernstock, S., Niklaus, P., Jäggi, S., Schmid, M., Fegert, J.M., Schmeck, K. & Keller, F. (2007). Der Einsatz eines Ersterfassungs- und eines Zielerreichungsinstruments im Jugendstrafrecht.  Zeitschrift für Kindschaftsrecht und Jugendhilfe, 408.
     
  • Gutschner, D., Kobel, B., Niklaus P., Schmid M., Fegert, J.M. & Schmeck, K. (2007). Das neue Schweizerische Jugendstrafgesetz (JStG). Wichtige Änderungen aus kinder- und jugendpsychologisch-psychiatrischer Sicht.  ZStrR, 1, S. 44 – 56.
     
  • Gutschner, D., Völkl-Kernstock, S., Kobel, B. (2006). Das Multisystemische Anti–Aggressions–Programm. Psychologie & Erziehung, 32 (2).
  • Gutschner, D., Völkl-Kernstock, S., Blocher, E., Lavater, B. & Friedrich, M.H. (2006). Forensische Sachverständigentätigkeit im Jugendstrafrecht – Ein Vergleich zwischen Österreich und Schweiz. Österreichische Richterzeitung, 195 – 199.
     
  • Gutschner, D. (2006). BARO – Instrument zur Erstbeurteilung von jugendlichen Straftätern. Zeitschrift für Jugendkriminalität und Jugendhilfe, 2, 133 – 139.
     
  • Gutschner, D., Fegert J.M., Lutz, K. & Schmeck, K. (2005). Standardisierte Instrumente zur Vorabklärung und Begutachtung im Jugendstrafrecht. Info Bulletin, Bundesamt für Justiz Bern, 4, 18 – 21.
     
  • Gutschner, D., Fegert, J.M. & Schmeck, K. (2005b). Strafrechtliche Begutachtung im Kindes- und Jugendalter in der Schweiz. Jahresheft für forensische Psychiatrie „Die Begutachtung Heranwachsender“, 2, 33 – 43.
     
  • Gutschner, D. (2005). Welche Massnahmen machen einen Sinn? Auszug der Ergebnisse einer 25jährigen prospektiven Langzeitstudie mit dissozialen Jugendlichen in der Schweiz. In N. Saimeh (Hrsg.), Was wirkt? Prävention – Behandlung – Rehabilitation, 86 – 96. Bonn: Psychiatrie-Verlag.
     
  • Gutschner, D. (2005a). Strafrechtliche Begutachtung im Kindes- und Jugendalter in der Schweiz. In K.-P. Dahle & R. Volbert (Hrsg.), Entwicklungspsychologische Aspekte der Rechtspsychologie, 70 – 79. Göttingen: Hogrefe.
     
  • Gutschner, D. & Doreleijers, T.A.H. (2004). Das Screeninginstrument BARO zur Erstbeurteilung von jugendlichen Straftätern. Zeitschrift für Nervenheilkunde, 6, 33 – 39.
     
  • Gutschner, D. & Doreleijers, T.A.H. (2004a). Das Screeninginstrument BARO.ch für sozial auffällige Jugendliche. Vierteljahresschrift der Heilpädagogik, 73, 191 – 202.
     
  • Gutschner, D. & Doreleijers, T.A.H. (2001). Das Screeninginstrument BARO.ch für sozial auffällige Jugendliche. Berner Schriftenreihe zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, 3 (3), 69 – 83.